Von Böhmen nach Hadamar
Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe

Zurzeit finden im Glasmuseum Schloss Hadamar die Vorbereitungen zur Sonderausstellung zum Thema „Von Böhmen nach Hadamar - Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe“ statt, dies teilte der „Trägerverein des Glasmuseums Schloss Hadamar e.V.“ mit. Darüber hinaus sind Glasobjekte des Glasschleifers Anton Friedrich zu sehen. Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 27. Nov. 2021 um 17.00 Uhr in der Aula des Schlosses.

Besucher des Glasmuseums Hadamar, die den Weg in die Fürstenwohnung des Renaissanceschlosses gefunden haben, fragen oft verwundert, welche besondere Beziehung die Stadt am Fuße des Westerwaldes ausgerechnet mit Glas hat und wo befindet sich der der Ursprung des Hadamarer Glases. Es waren Flüchtlinge aus dem Sudetenland, die als Folge des verlorenen 2. Weltkrieges und des untergegangenen 3. Reiches zwangsweise aus ihrer Heimat vertrieben wurden und diese quasi über Nacht mit nur wenigen Habseligkeiten verlassen mussten. Als am 20. Juni 1945 die Deportation der Sudetendeutschen aus Haida (Nový Bor) und Steinschönau (Kamenický ¦enov) begann, wurden sie bis zur sächsischen Grenze geführt und ihrem Schicksal überlassen. Die Vertriebenentransporte aus dem Sudetenland wurden entsprechend einer Regelung der westlichen Besatzungsmächte schwerpunktmäßig nach Bayern und Hessen geleitet. Fast 11.000 Sudetendeutsche zählte man 1946 allein im Kreis Limburg. Darunter zahlreiche Glasfachleute aus der nordböhmischen Region.

Die Anfänge einer Glasveredlung in Hadamar fanden mit der Errichtung der Produktionsstätten an der Mainzer Landstraße statt. Es waren dies die Produktionsstätten der nordbömischen Glasraffineure Melzer und Tschernich, Wittig und Fabich.

Auch zahlreiche Ein-Mann- und Kleinbetriebe, deren Inhaber aus dem Sudetenland stammen, arbeiteten in der Nachkriegszeit im Akkordlohn. Namen wie Eiselt, Herrmann, Hosch, Kögler, Klimt, Oppelt, Pautsch und Werner bringen meist nur noch ältere Einwohner von Hadamar mit der Glasveredlung in Verbindung. Sie sollen und dürfen nicht vergessen werden, haben sie doch auch ihren wesentlichen Anteil am Aufschwung der Glasraffinerien in Hadamar geleistet.

Die Sonderausstellung „Von Böhmen nach Hadamar - Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe“, in der nicht nur Glasobjekte, sondern auch Fotos aus der Gründungszeit und Entwürfe von Gläsern, Pokale oder prunkvollen Lampen und prächtige Lüstern zu sehen sind, wird im Glasmuseum Schloss Hadamar noch bis Ende Juni 2022 zu sehen sein, ebenfalls die Glasobjekte des Glasschleifers Anton Friedrich.

Standort & Öffnungszeiten:

Gymnasiumstraße 4, 65589 Hadamar
Deutschland

geöffnet Samstag & Sonntag
14.00 bis 17.00 Uhr

Sonderführungen nach Voranmeldung auch zu anderen Zeiten möglich.

Stadtverwaltung Hadamar, Tourismusbüro
Untermarkt 1, 65589 Hadamar
Tel. 0 64 33 / 89 174
Fax. 0 64 33 / 89 155
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Trägerverein des Glasmuseums Schloss Hadamar e.V.
Lindenweg 5, 65589 Hadamar
Tel. 0 151 / 70 130 749
Fax. 0 64 33 / 945 709
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